Prof. Dr. Friedhelm Jürgensmeier
Geistlicher im Ruhestand
Wenn ich auf die Jahrzehnte zurückschaue, die vergangen sind seit meiner Priesterweihe am 8. Dezember 1960 durch Bischof Wilhelm Kempf im Limburger Dom bis zu dem Tag, an dem ich in Diez mein 65jähriges Priesterjubiläum feiern konnte; scheint mir die Zeit vergangen rasch wie im Flug. Doch sie war für mich eine sehr gefüllte und mein Leben bereichernde Zeit mit markanten und mich prägenden Einschnitten und Verläufen. Einige davon seien kurz in Erinnerung gerufen.
Mein Lebensweg führte mich 1957 nach Rom, wo ich während meiner Studienjahre das Glück und die Freude hatte, die Päpste von Pius XII. bis Paul VI. und vor allem das Zweite Vatikanische Konzil persönlich zu erleben und kennenzulernen. In Rom wurde ich nach Abschluss meines Studiums der Theologie an der Päpstlichen Universität „Angelicum“ und der Kirchengeschichte an der Päpstlichen Universität „Gregoriana“ 1967 promoviert. Dem folgte mein eher kurzfristiger Aufenthalt in Ravengiersburg auf dem Hunsrück, wo ich 1967 an der damaligen Philosophisch-Theologischen Ordenshochschule der Missionare von der Heiligen Familie meine ersten Vorlesungen hielt. Bereits wenige Monate später verlagerte sich mein Arbeitsfeld nach Mainz, wo ich ab Herbst 1967 als Wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität tätig war. Habilitiert in Kirchengeschichte und Religiöser Volkskunde wurde ich in Mainz 1973. Dort lehrte ich als Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte, bis ich 1982 den Ruf auf den Lehrstuhl Historische Theologie: Kirchengeschichte am Fachbereich Katholische Theologie Osnabrück-Vechta der Universität Osnabrück annahm.
Mit Mainz weiter eng verbunden blieb ich durch das von mir initiierte und vom Bistum Mainz getragene Institut für Mainzer Kirchengeschichte, dessen Leitung ich von 1980 bis 2013 innehatte.
Als Kirchenhistoriker konzentrierte sich meine Haupttätigkeit auf die kirchenhistorische Lehre, Forschung und Publikation. Sie war allerdings stets begleitet von zahlreichen gerne übernommenen pastoralen Aufgaben und kirchlichen Aushilfen. Diese als Geistlicher an, für und mit den Menschen geleisteten religiösen Dienste bedeuteten mir viel. Sie führten mich mit vielen Leuten zusammen, schenkten mir Kraft und Freude und stärkten in mir den Gedanken, bei der Priesterweihe das richtige Ja gesprochen zu haben. Die Feier meines „Eisernen Priesterjubiläums“ in unserer Herz Jesu Kirche ließ mich erneut spüren, wie bereichernd es sein kann, in Gemeinschaft Gottesdienst zu feiern, so das gut besuchte und festlich gestaltete Festhochamt, in dem wir Gott lobten und für alles dankten, was er an Gutem uns geschenkt hat.
Auch vielen Menschen habe ich zu danken. Mein herzlicher Dank gilt allen, die zur Feier kamen, vor allem denen, die bei der Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes halfen oder mitwirkten. Hier gilt mein besonderer Dank Pfarrer Uwe Michler, der die Festpredigt hielt.
Froh machte mich, dass auch zum anschließenden Empfang viele kamen, um zu gratulieren und um untereinander gute Begegnung zu haben. Allen Gratulanten sei vielmals gedankt. Ein großes Dankeschön geht an die vielen Helfer, die es ermöglichten, ein so schönes Fest zu organisieren und zu feiern. Herzlich danke ich allen Spendern, die durch ihre Gabe dazu beitrugen, dass über 1600 € für notleidende Kinder im Kinderhospital Bethlehem überwiesen werden konnten. Nochmals sage ich allen besten Dank und Vergelt’s Gott. Möge das Jahr 2026 für alle ein gutes, gesegnetes, gesundes und hoffentlich friedvolles Jahr werden.
Mit großer Dankbarkeit und Freude feierten wir zusammen mit der Familie des Jubilars und vielen Gästen von nah und fern das 65. Priesterjubiläums von Professor Friedhelm Jürgensmeier. Ein solches Jubiläum ist ein seltenes Geschenk – und ein Anlass, zurückzuschauen auf viele Jahre gelebten Glaubens, treuen Dienstes und unzählige Begegnungen, die Spuren hinterlassen haben. Neben ihm konnte nur noch ein weiterer Mitbruder dieses gnadenvolle Jubiläum feiern.
In seiner Predigt würdigte der frühere Diezer Pfarrer Uwe Michler den Jubilar als Seelsorger und Wissenschaftler, der Gott in all seiner Weite und Zugewandtheit den Menschen verkündet hat. Am 8. Dezember 1960 wurde "unser" Professor, wie er in Diez liebevoll genannt wird, von Bischof Wilhelm Kempf zum Priester geweiht. Es folgten Jahre des Studiums in Rom, wo er den Wind des 2. vatikanischen Konzils hautnah spürte und verinnerlichte. 1973 habilitierte Prof. Jürgensmeier an der Gutenberg-Uni in Mainz, wo er die nächsten Jahre als Professor lehrte. Danach hatte er 20 Jahre den Lehrstuhl für Kirchengeschichte in Osnabrück inne. Nebenbei baute er ab 1980 das Institut für Mainzer Kirchengeschichte auf, welches er bis 2013 leitete.
Im Herzen blieb Prof. Jürgensmeier aber auch ein Seelsorger, der den Menschen stets zugewandt war und mit Rat und Tat zur Seite stand. Seit Beginn des Jahrtausends wohnt er im Nachbarhaus seiner Schwester in Diez. In unserem schönen Städtchen hat er sich auch einen großen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut.
Die Laudatio von Pfarrer Uwe Michler mit vielen weiteren Stationen des Wirkens von Friedhelm Jürgensmeier können Sie im Download nachlesen.
Den Festgottesdienst umrahmten musikalisch Martin Simon-Knierim und Andreas Fehse.
Im Anschluß waren alle Gottesdienstbesucher noch zu einem Empfang und Mittagessen ins Pfarrheim eingeladen. In einer großen Bilderausstellung konnten die Gäste viele Eindrücke aus dem Leben des Jubilars anschauen, so zum Beispiel auch ein Treffen mit Papst Johannes Paul lI sowie Frère Roger, der die Gemeinschaft von Taizé gründete.
Text: Hilmar Dutine, Gemeindereferent